Laube


Laube

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Lau|be ['lau̮bə], die; -, -n:
kleines, leicht gebautes [nach einer Seite offenes] Häuschen in einem Garten:
in der Laube schlafen.
Syn.: Hütte, Pavillon.
Zus.: Efeulaube, Gartenlaube, Weinlaube.

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Lau|be1 〈m. 17; Zool.〉 länglicher Karpfenfisch: Alburnus alburnus; Sy Ukelei
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Lau|be2 〈f. 19
2. offener Vorraum, Bogengang (am Erdgeschoss von Häusern)
3. gedeckter u. seitlich begrenzter Teil des Zuschauerraumes für mehrere Personen, Loge (Balkon\Laube, Bühnen\Laube)
4. Turnübung, Liegestütz rückwärts
● und fertig ist die \Laube 〈fig.; umg.〉 die Sache [<ahd. louba „Schutzdach, Hütte, Halle, Vorbau“; zu ahd. loub „Laub“; verwandt mit Laub]

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1Lau|be, die; -, -n [mhd. loube = Vorbau; Gang; Speicher, ahd. louba = Schutzdach, Hütte, urspr. = aus Laub gefertigtes Schutzdach]:
1.
a) an der Seite offenes, leicht gebautes Gartenhäuschen [aus Holz od. Holzlatten], das oft von Pflanzen umrankt ist]:
eine L. bauen;
in, vor der L. sitzen;
[und] fertig ist die L.! (ugs.; damit ist die Sache schon erledigt!);
b) überdachter Sitzplatz im Garten.
2.
a) (Archit.) [gewölbter] Bogengang od. [gewölbte] Bogenhalle am Erdgeschoss eines Gebäudes;
b) (südd., westösterr., schweiz.) offener, über eine Treppe begehbarer Gang an der Seite eines Hauses, der als Wohnungszugang od. Balkon dient.
2Lau|be, der; -n, -n [H. u.]:
Ukelei.

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I
Laube,
 
Architektur: 1) hölzerner oder gemauerter offener Vorbau an der Front eines Gebäudes. Seit dem Mittelalter dienen hallenartige Lauben öffentlichen Zwecken (Gerichtslaube an Rathäusern, Marktlaube). Reihen sich Lauben an Straßen und Plätzen, entsteht ein Laubengang (z. B. Bozen, Bologna, Bern, Münster). Mehrgeschosshäuser können über Laubengänge erschlossen sein (Außenganghaus); 2) kleines hölzernes Gartenhaus; ihre Aneinanderreihung vor den Städten seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Laubenkolonien entstehen.
 
II
Laube,
 
der Karpfenfisch Ukelei.
 
III
Laube,
 
Heinrich Rudolf Constanz, Schriftsteller und Publizist, * Sprottau 18. 9. 1806, ✝ Wien 1. 8. 1884; zunächst als Journalist und Redakteur tätig. Als zeitweiliger Wortführer (»Das neue Jahrhundert«, 2 Bände, 1833; »Das junge Europa«, 5 Bände, 1833-37) des Jungen Deutschlands wurde er 1834 wegen seiner Sympathie für die französische Julirevolution aus Sachsen ausgewiesen, in Berlin festgehalten und zu Festungshaft (1837-39) verurteilt. Laubes Schriften wurden durch die Bundesversammlung des Deutschen Bundes verboten. Nach Reisen durch Frankreich und Algerien wurde er 1848 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung (»Das erste deutsche Parlament«, 3 Bände, 1849). 1849-67 war er Leiter des Wiener Burgtheaters, das er - u. a. als Förderer F. Grillparzers - zu hoher Blüte brachte. 1872 gründete er das Wiener Stadttheater, das er (mit kurzer Unterbrechung) bis 1880 leitete. Als Schriftsteller wurde Laube durch historisch-politische Skizzen, geschichtliche Romane und bühnenwirksame Dramen bekannt, deren bedeutendste »Die Karlsschüler« (1846), »Struensee« (1847) und »Graf Essex« (1856) sind. Er übersetzte und bearbeitete auch französische Dramen.
 
Ausgaben: Gesammelte Werke, herausgegeben von H. H. Houben, 50 Bände (1908-09); Schriften über Theater, herausgegeben von E. Stahl-Wisten (1959).
 

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1Lau|be, die; -, -n [mhd. loube = Vorbau; Gang; Speicher, ahd. louba = Schutzdach, Hütte, urspr. = aus Laub gefertigtes Schutzdach]: 1. a) an der Seite offenes, leicht gebautes Gartenhäuschen [aus Holz od. Holzlatten], das oft von Pflanzen umrankt ist]: eine L. bauen; in, vor der L. sitzen; Ich wohne in einer L. (Lentz, Muckefuck 7); *[und] fertig ist die L.! (ugs.; damit ist die Sache schon erledigt! ): „Und wo soll ich die Munition lassen?“ ... „Irgendwohin. Zeltbahn darüber, und fertig ist die L.“ (Kirst, 08/15, 307); b) überdachter Sitzplatz in Gärten. 2. (Archit.) [gewölbter] Bogengang od. [gewölbte] Bogenhalle am Erdgeschoss eines Gebäudes.
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2Lau|be, der; -n, -n [H. u.]: Ukelei.

Universal-Lexikon. 2012.

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